Am 2. März 2023 trafen sich die Mitglieder der neu gegründeten Kommission Fans und Fankulturen im DFB-Campus zur konstituierenden Sitzung. Ziel des Expert*innen-Gremiums ist es, in allen Fragen, die Fans betreffen, DFB und DFL zu beraten und Handlungsempfehlungen für eine lebendige Fankultur zu formulieren.

Wieso ist die Einrichtung der Kommission so wichtig?

Die Kommission Fans und Fankulturen löst die ehemalige AG Fankulturen ab, welche der DFB-Kommission Prävention, Sicherheit und Fußballkultur unterstellt war. Damit galten Fans und Fankultur bislang für die Verbände in erster Linie als ein unter Sicherheitsaspekten zu betrachtendes Phänomen. Mit der Kommission ist eine jahrelange fanpolitische Forderung erfüllt: Erstens, Diskussionen über Fans und Fankultur vom dominierenden Sicherheitsaspekt zu lösen. Zweitens, mit der Umwandlung von einer AG in eine eigenständige Kommission, Fans und ihre Perspektiven aufzuwerten.

Die Auflösung der AG Fankulturen und gleichzeitige Einrichtung der Kommission Fans und Fankulturen bedeutet auch die Chance, weitreichender zu wirken. Denn nur Kommissionen können z.B. den DFB/DFL-Präsidien Handlungsempfehlungen vorlegen.

Die BBAG ist hierbei eine von mehreren bundesweiten Fanorganisationen, die gemeinsam drei Vertreter*innen in die Kommission entsenden, die sich losgelöst von ihren jeweiligen Organisationen stellvertretend für Fußballfans einbringen.

Was wurde in der konstituierenden Sitzung besprochen?

In der ersten Sitzung ging es zunächst darum, sich ein Selbstverständnis zu geben sowie Vereinbarungen für die Zusammenarbeit zu treffen. Als erste Amtshandlung empfahl die Kommission, die Leitlinien zum Klub-Fan-Dialog für die 3. Liga zu verabschieden. Seit der Saison 22/23 ist der Klub-Fan-Dialog für alle Vereine der 3. Liga verpflichtend. Fans können diesen regelmäßigen Austausch nutzen, ihre Interessen gegenüber ihrem Verein zu vertreten. Die Leitlinien sollen sowohl Klub-Vertreter*innen wie auch Fans Handlungssicherheit geben. An dem Handlungsleitfaden wirkten Vertreter*innen der bundesweiten Fanorganisationen mit und brachten damit ein, was es für einen guten Dialog aus Fanperspektive bedarf.

Zusätzlich diskutierten die Mitglieder über die Bedarfe von Fans mit Behinderungen sowie über Entwicklungen in der bundesweiten Fankultur.

Wie geht es nun weiter?

Die Kommission Fans und Fankulturen tagt insgesamt vier Mal im Jahr. Die nächste Sitzung findet im Juni statt. Weitere Termine sind für den Herbst 2023 geplant.

Mit einer Abschlussveranstaltung am 09. März 2023 hat das Projekt Leicht Kicken ein erfolgreiches Ende gefunden. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Deshalb ging pünktlich zum Abschlusstreffen die Webseite von Leicht Kicken online. Dort steht nun dauerhaft ein Online-Wörterbuch mit über 200 Fußball-Fachbegriffen in Leichter Sprache zur Verfügung. Die einzelnen Wörter des Wörterbuchs in Leichter Sprache wurden von Prüfleser*innen auf Verständlichkeit geprüft.

Beim Fußball sollen alle Menschen dabei sein können. Deshalb muss es Informationen geben, die auch alle Menschen gut verstehen können. Dazu gehören zum Beispiel Informationen über die Fußballvereine und zum Ticketverkauf. Leichte Sprache können viele Menschen gut verstehen. Denn in der Leichten Sprache schreiben wir kurze Sätze und benutzen einfache und bekannte Wörter. Außerdem prüfen Menschen, die auf Leichte Sprache angewiesen sind, jeden Text auf Verständlichkeit. Die Universität Hamburg hat in einer Studie von 2018 herausgefunden, dass von Leichter Sprache in Deutschland bis zu 16 Millionen Menschen profitieren können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Menschen mit Lernschwierigkeiten.
  • Menschen, die nur schlecht lesen und schreiben können.
  • Menschen, die nur schlecht Deutsch können.
  • Menschen, die nach einer Hirnverletzung Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben.
  • Ältere Menschen

Für die Leichte Sprache gibt es Regeln. Die Regeln sind vom Netzwerk Leichte Sprache e. V.. Das Netzwerk Leichte Sprache e. V. setzt sich in Deutschland für die Verbreitung und Weiterentwicklung von Leichter Sprache ein. Bisher gab es im Fußball nur wenig Informationen in Leichter Sprache. Das Projekt Leicht Kicken wollte das ändern.

Rückblick auf das Projekt

Beim Projekt Leicht Kicken ist ein nachhaltiges Netzwerk für Leichte Sprache im Fußball entstanden. Akteur*innen im Fußball wurden dabei unterstützt, mehr Inhalte in Leichter Sprache bereitzustellen. Dafür hat das Projekt Leicht Kicken ein Online-Wörterbuch mit Fußball-Fachbegriffen in Leichter Sprache entwickelt.

Im Rahmen des Projektes fanden insgesamt 6 Projekt-Gruppentreffen an verschiedenen Standorten statt.

Das Projekt wurde von der Bundesbehindertenfanarbeitsgemeinschaft (BBAG) gemeinsam mit der Beratungsstelle für Inklusion im Fußball „KickIn!“ koordiniert. Projektmitglieder waren die Bundesliga-Clubs Borussia Dortmund, FC Schalke 04, FC St. Pauli, Hertha BSC, Hamburger SV und Werder Bremen sowie die DFL, die Sepp-Herberger-Stiftung des DFB, der Bremer Fußball-Verband und der Schleswig-Holsteinische Fußballverband. Die Aktion Mensch hat das Projekt gefördert.

Bei dem Projekt haben auch Prüfleser*innen vom SV Werder Bremen, FC St. Pauli und Hamburger SV mitgemacht. Prüfleser*innen sind Menschen, die auf Leichte Sprache angewiesen sind und die Texte auf Verständlichkeit prüfen.

Das Finale in Berlin

Mit einer Abschluss-Veranstaltung am 09. März 2023 im Haus der Fußballkulturen ging das Leicht Kicken-Projekt zu Ende.

  • Wie kann der Fußball eine Vorbildrolle einnehmen?
  • Welche Wirkung hat das Projekt Leicht Kicken erzielt?
  • Wie geht es weiter mit Leichter Sprache im Fußball

Diesen Fragen wurde auf der Abschluss-Veranstaltung nachgegangen. Begleitet wurde das Event von Live-Musik aus der Ukraine, einer Lesung in Leichter Sprache über Umweltschutz, sowie einem gemeinsamen Ausklang beim Abendessen.

Zum Abschluss bekommen nun alle Bundesliga- und 2. Bundesliga-Clubs ein Paket von Leicht Kicken zugesandt. Darin sind Informationen zu Leichter Sprache sowie Material von Leicht Kicken enthalten. Außerdem werden die Clubs zu einem weiteren Netzwerktreffen zum Thema Leichte Sprache im Fußball, welches Anfang Mai stattfinden soll, eingeladen. Leicht Kicken geht zu Ende, doch das Thema Leichte Sprache im Fußball bleibt aktuell.

DFL Deutsche Fußball Liga

„Beim Projekt ‚Leicht Kicken‘ wurde in den zurückliegenden zwei Jahren wertvolle Arbeit geleistet. Davon können weitere Clubs ebenso wie Netzwerkpartnerinnen und -partner profitieren. Es ist für die Zukunft wichtig, das Engagement in diesem Bereich zu verstetigen und weiterzuentwickeln.“  – Thomas Schneider – Leiter Fanangelegenheiten

FC St. Pauli

„Mit dem Wörterbuch für Fußball in Leichter Sprache ist es den teilnehmenden Vereinen gemeinsam gelungen – in den Farben getrennt, in der Sache vereint – einen großen Schritt für mehr Barrierefreiheit und Inklusion zu gehen. Für den FC St. Pauli ist damit ein weiterer Baustein des KLARTEXT-Projektes abgeschlossen, den Verein in seiner Kommunikation zugänglicher und vielfältiger zu gestalten.“ – Präsident Oke Göttlich

SV Werder Bremen

“Durch die Mitarbeit im Projekt ‘Leicht Kicken’ konnten wir wertvolle Impulse für den weiteren Ausbau barrierefreier Kommunikation erlangen. Die Zusammenarbeit im Netzwerk war konstruktiv und soll künftig auch fortgeführt werden.” – Jenny Eickhoff, Fanbetreuung & Team Inklusion SV Werder Bremen

Hamburger SV

“Wir sind stolz, als Teilnehmer im Projekt “Leicht Kicken” am Entwicklungsprozess und Etablierung der Leichten Sprache im Fußball beteiligt gewesen zu sein. Wir freuen uns über das Ergebnis einer neuen Webseite und hoffen, vielen weiteren Fußballfans damit die Teilhabe zu ermöglichen.”  – Fanny Boyn – Fanbeauftragte Hamburger SV

Hertha BSC

„Wir sind stolz darauf, einer von zwei Fußballvereinen zu sein, die bereits dynamische Texte in Leichter Sprache auf ihrer Homepage veröffentlichen. Wir freuen uns, Teil des Projektes Leicht Kicken zu sein und aktiv daran zu arbeiten, sprachliche Barrieren abzubauen, um Menschen die aktive Teilhabe am Fußball und am Vereinsleben zu ermöglichen.“ – Sandra Röder, Fanbetreuung Hertha BSC

Borussia Dortmund

„Durch das Projekt “Leicht Kicken” haben wir wieder einmal festgestellt, wie wichtig das Thema der Leichten Sprache auch im Fußballkontext ist. Wir freuen uns, als einer der Projektteilnehmer an dem Wörterbuch mit Fußballbegriffen in Leichter Sprache mitgewirkt zu haben.“ – Nicole Möller, Fanbeauftrage Borussia Dortmund

FC Schalke 04

„Wir freuen uns, durch die Mitarbeit im Projekt und die Schaffung einer bundesweiten Online-Ressource die Barrierefreiheit der Kommunikation im Fußball zu erleichtern. Wir sind stolz auf das Ergebnis und werden das Netzwerk nachhaltig ausbauen und nutzen, um vielen Menschen die Teilhabe am Fußball zu ermöglichen.“ – Sven Graner, Fanbetreuung FC Schalke 04

KickIn!

„Wir von KickIn! wollen das Thema digitale Barrierefreiheit vorantreiben. Leichte Sprache und das zugehörige Projekt Leicht Kicken leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Wir möchten das Ende des Projekts als Startschuss für alle begreifen.“ – Carlo Kosok, Projektverantwortlicher bei KickIn!

Am 27. Februar 2023 ist das Projekt „Steilpass – Fußballjobs für Alle“ mit einem ersten Treffen der beteiligten Modellclubs SC FreiburgVfL Wolfsburg und dem FC St. Pauli offiziell gestartet. Das Projekt hat den Zweck, Diversität und Inklusion im Berufsfeld Fußball zu entwickeln. Verantwortlich für die Umsetzung des Projekts ist die Bundesbehindertenfanarbeitsgemeinschaft (BBAG) unter Leitung von Mitarbeitenden aus dem Team ihrer KickIn! Beratungsstelle Inklusion im Fußball.

Kernelemente des Projekts sind mehrere Maßnahmenpakete, um Arbeitgebende aufzuklären und zu unterstützen. So werden an den Standorten Modelltools zur inklusiven Arbeitsplatzgestaltung entwickelt und erprobt. Dazu gehören unter anderem Befragungen von Mitarbeitenden zu Diversität und Inklusion sowie Audits zur Barrierefreiheit der Arbeitsplätze. Ziel ist es, konkrete Bedarfe und Verbesserungspotenziale zu ermitteln, um möglichst vielfaltssensible Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz für Mitarbeitende zu schaffen. Zudem sollen im Projektzeitraum rund um die Vereine lokale und überregionale Unterstützungs- und Kooperationsnetzwerke zu Inklusion und Diversität am Arbeitsplatz aufgebaut werden.

Als weiterer Schwerpunkt im Rahmen des Projekts wird unter Mitwirkung der Vereine ein inklusiv gestaltetes Weiterbildungs- und Mentoringprogramm zum Fußballmanagement entstehen. Über das Programm soll ein möglichst diverses Teilnehmendenfeld für die Arbeit rund um die Fußballclubs begeistert werden. Der Start des Weiterbildungsprogramms ist für den Herbst/Winter 2023 geplant.

Das Projekt „Steilpass – Fußballjobs für Alle“ läuft bis zum 30. Juni 2026.

Wer steckt hinter Steilpass?

Steilpass läuft unter Trägerschaft der BBAG, für die Umsetzung wurde ein eigener Arbeitsbereich innerhalb der KickIn! – Beratungsstelle Inklusion im Fußball geschaffen. Als Modellstandorte sind die drei Bundesliga-Clubs FC St. PauliSC Freiburg und VfL Wolfsburg am Steilpass-Projekt beteiligt. Die Umsetzung sämtlicher Projektbestandteile erfolgt partizipativ im Projektverbund mit allen Beteiligten.

Die Aktion Mensch und die DFL Deutsche Fußball Liga fördern die mehrjährige Projektumsetzung.

Stimmen zum Steilpass-Projekt

KickIn! – Beratungsstelle Inklusion im Fußball

„Nach vielen Monaten der Vorgespräche und vorbereitenden Arbeiten freuen wir uns, dass es nun endlich losgeht mit Steilpass! Es ist längst erwiesen, dass vielfältige Teams erfolgreicher sind und eine inklusive Organisationskultur und Arbeitsbedingungen sind hierfür der Schlüssel. Wir sind dankbar, mit so tollen und unterschiedlichen Modellstandorten nun die Idee ganzheitlicher inklusiver Entwicklung für Diversität im deutschen Profifußball auch verstärkt im Berufsfeld vorantreiben zu dürfen.“

Daniela Wurbs, Leiterin von KickIn! und strategische Projektleitung des Steilpass-Projekts.

FC St. Pauli

„Die Förderung von Diversität durch ganzheitlich gedachte Inklusion ist ein wichtiges und zentrales Ziel für den FC St. Pauli als Verein und Unternehmen. Um einen Grundstein für die weitere Entwicklung zu legen, haben wir Leitlinien zur Diversität entwickelt und verabschiedet. Das Projekt Steilpass bringt uns nun ausgehend davon in die Umsetzung konkreter Maßnahmen. Das Thema ist komplex, es ist viel zu tun und wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit KickIn! und den weiteren Projektpartner*innen.“

Laura Becker, Leitung Personal, FC St. Pauli.

SC Freiburg

„Wir als Sport-Club verstehen uns als vielfältige, inklusive Gemeinschaft – weil wir der Überzeugung sind, dass Diversität eine Bereicherung für unseren Verein und die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit darstellt. Wir treten für eine Vereinskultur ein, an der alle teilhaben können. Als Verein und Arbeitgeber freuen wir uns daher Teil des Projekts „Steilpass – Fußballjobs für Alle“ sein zu können, um uns im Bereich ganzheitlicher Inklusion und Vielfalt mit konkreten Maßnahmen weiterentwickeln zu können. Der Austausch mit den weiteren Projektpartner/innen wird dabei sehr wertvoll sein.“

Florian Hermann, Leiter Personal SC Freiburg

VfL Wolfsburg

„Dass vielfältige Teams zu erfolgreicheren Ergebnissen führen, ist eine schon längst bewiesene Tatsache. Mit unserer Teilnahme am Projekt Steilpass wollen wir unser Arbeitsumfeld noch inklusiver gestalten, um den nächsten Schritt bei unseren Bemühungen für Vielfalt und Chancengleichheit – auch im Berufsleben – zu gehen.“

Tobias Weigt, Leiter Personalwesen VfL Wolfsburg