Im Januar startete das vom DFL-Förderpool PFiFF geförderte Projekt „Trauer unterm Flutlicht“ zusammen mit dem Projekt „Trauer und Fußball“ sowie in Kooperation mit dem HSV.  

Bereits seit vielen Jahren ist in der Fußball-Fankultur die Trauer um verstorbene Fans fest verankert. Bei Vereinen ist das etwas anders: Während eine Trauerkultur nach dem Tod von bekannten Fußballerpersönlichkeiten in den Vereinen oft etabliert ist, ist dies nach dem Tod von Fans und Mitgliedern noch nicht so ausgeprägt. So haben Vereine zwar einzelne individuelle Angebote zur Trauerkultur nach dem Tod von Fans und Mitgliedern entwickelt, aber es gibt oft keine festgeschriebene transparente Struktur. Diese Lücke zu schließen ist ein zentrales Ziel des Projektes „Trauer unterm Flutlicht“.  

Ein weiteres Ziel ist der Aufbau eines nachhaltigen Netzwerkes zum Thema. Mittlerweile ist ein offenes Netzwerk für Vereins- und Fanprojektmitarbeitenden entstanden, das sich regelmäßig einmal im Monat trifft. Dort gab und gibt es wertvolle Inspirationen und Diskussionen, so dass als nächstes eine Bestandsaufnahme bestehender Traueraktivitäten in den Vereinen und Fanprojekten ermittelt wird.  

Dazu wurden zwei Fragebögen entwickelt: 

  1. Fragebogen für Vereine/Fanprojekte 
  2. Fragebogen für Fans und Mitglieder 

Die Dauer der Fragebögen umfasst circa 5-6 Minuten. 

Wir freuen uns, wenn ihr mitmacht! Ebenso freuen wir uns, wenn ihr die Fragebögen auch über eure Verteiler und soziale Netzwerke etc. weiterleitet. Die Fragebögen sind bis zum 12. August 2022 geöffnet. 

Für Fragen könnt ihr euch jederzeit an uns wenden. 

Carlo Kosok – E-Mail: carlo@inklusion-fussball.de – Tel. +49 521 2997 240 

Vielen Dank für eure Unterstützung; 

Herzliche Grüße
Carlo und Carmen  

Die neue Episode von BBAG – der Podcast ist nun über unseren YouTube Kanal zu hören und auch mit Untertiteln zu lesen.

Dieses Mal thematisieren wir die Farbsehschwäche und haben uns hierfür Markus Stahmann als Experten und selbst davon betroffenen zu Gast eingeladen. Als Gründer des Interessensverbandes Farbsehschwäche und Farbblindheit, stellt er nicht nur die Barrieren im Fußball dar, sondern auch die täglichen Hürden im Alltag. Besonders, da es sich um eine Erbkrankheit handelt, von der jede 200. Frau und jeder 12. Mann betroffen ist, ist die Relevanz und Sensibilisierung um so wichtiger. Wir freuen uns dank Markus einen Einblick bekommen zu haben!

Auch zu Gast durften wir Kim Krämer begrüßen. Er ist der erste Vorsitzende des Bayernfanclub Rollwagerl 1993 und berichtet u.a. von der Gründung des Fanclubs, bis hin zu den mittlerweile über 800 Mitglieder. Diese sich schon lange nicht mehr nur aus Rollstuhlfahrenden zusammensetzen, sondern – im Sinne des inklusiven Gedankens – auch Mitglieder mit z.B. Hörbehinderung, Lernbehinderung, Lernschwierigkeiten und ohne Behinderung.

Petra Köhnen, die Behindertenfanbeauftragte des Vereins Alemannia Achen, traf sich mit Heinz Schindler am Tivoli und berichtet mit großer Begeisterung über ihr Herzensprojekt, der Behindertenfanbetreuung, im Stadion. Durch welchen Zufall sie an diese Position gekommen ist und wieso ein Ende des Amtes noch lange nicht in Frage kommt, erzählt sie Heinz beeindruckend. Inwiefern ihre Familie auch eine besondere Rolle im Stadion einnimmt, durften wir auch von ihr erfahren.

 

Hier geht es zum Podcast bei YouTube – natürlich auch wieder bei Bedarf untertitelt: Folge #4

 

Hintergrund zum Autor:

Heinz Schindler lebt seit mehr als 25 Jahren seinen Kindertraum: Sportjournalist und Reporter zu sein. Was einst zu Hause mit Kassettenrekorder und Tischfußball anfing, führte zu Live-Reportagen bei NDR 1 Niedersachsen und dem Rest der ARD. Als Autor arbeitet er zudem für Deutschlandfunk Kultur, immer auch mit dem Faible für die Geschichten hinter dem Glamour und für den Sport in seiner bodenständigen Form – sei es nun Amateurfußball oder aber Sport für Menschen mit Behinderungen. Letzteres zeigt er auch im Podcast der BBAG seit dem vorletzten Jahr.

Der Bundesliga-Reiseführer ist ab sofort als App verfügbar! Mit dem Angebot können künftig alle Fans ihren Besuch in den Stadien der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga planen – und das alles auch barrierefrei.

Wie kann ich anreisen? Wo befindet sich mein Platz im Stadion? Welche Ansprechpersonen und Fanclubs gibt es beim gastgebenden Club? Wo gibt es Toiletten, wo sind die Eingänge für meinen Block und welche Services gibt es für meinen Bedarf? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die neue App.

Entstanden ist der Bundesliga-Reiseführer selbst tatsächlich bereits vor vielen Jahren durch das Engagement der Fans in der BundesBehindertenfanArbeitsGemeinschaft (BBAG). Im Jahr 2006 wurde der Reiseführer auf unsere Initiative erstmals gemeinsam mit der DFL-Stiftung als gedruckte Broschüre veröffentlicht. 2013 erfolgte dann die Digitalisierung auf der Webseite www.barrierefrei-ins-stadion.de.

Hauptziel des Bundesliga-Reiseführers war ursprünglich, insbesondere Fans mit Behinderungen einen einfacheren Zugang zu Informationen zu barrierefreien Services, Ansprechpartner*innen und Anreisewegen zu ermöglichen. Denn: die meisten bundesweiten Stadion-Guides, ob analog oder digital, beinhalten diese Informationen in der Regel bis heute nicht. Auch auf vielen Vereinswebseiten sind die Informationen oft nur sehr versteckt und nicht als Teil allgemeiner Faninformationen erhältlich.

Die neue Bundesliga-Reiseführer-App dreht jetzt den Spieß um: die App richtet sich nicht mehr allein an Fans mit Behinderung, sondern an alle Stadionbesucher*innen. Auch technisch ist sie nun für alle nutzbar: dies spiegelt sich unter anderem durch eine einfache Menüführung, einen Audioservice sowie ein Angebot in Leichter Sprache wider. Fans und Begleitpersonen können in der App ihren individuellen Bedarf einstellen und die darin bereitgestellten Informationen anschließend entsprechend ihren Bedürfnissen filtern und nutzen.

Die App ist ein Gemeinschaftsprojekt der DFL und der Aktion Mensch und wurde in engem Austausch mit dem Vorstand sowie zahlreichen Mitgliedern der BBAG aus Fanclubs von Menschen mit Behinderung bundesweit entwickelt. Die Bundesliga Reiseführer-App kann ab sofort im App Store sowie bei Google Play heruntergeladen werden.

Die DFL Deutsche Fußball Liga hat einen weiteren Schritt zu barrierefreiem Zugang zu Informationen gemacht. Zur Saison 2022/2023 stellt die DFL die Spielpläne der Bundesliga und der 2. Bundesliga erstmals als digital barrierefreie Dokumente zur Verfügung. Auch alle zeitgenauen Ansetzungen werden künftig als digital barrierefrei zugängliche PDF-Dateien bereitgestellt.

Für die am vergangenen Freitag veröffentlichten Ansetzungen der Spieltage 1–7 der Bundesliga und 3–9 der 2. Bundesliga bis Mitte September ist dies bereits erfolgt, ebenso bei der Veröffentlichung der Spielpläne am 17. Juni 2022. Dieser Schritt der DFL kann als Vorbild für andere Verbände und Clubs dienen, ihre Dokumente in Zukunft ebenfalls in digital barrierefreien Formaten anzubieten.

Digital barrierefreie Dokumente: Was heißt das überhaupt?

KickIn!, unsere Beratungsstelle Inklusion im Fußball, unterstützt die DFL bei der Bereitstellung ihrer Spielpläne und Ansetzungen als digital barrierefreie PDF-Dateien. Durch digitale Barrierefreiheit wird Zugang zu Informationen auf Webseiten, in Apps oder digitalen Dokumenten für alle ermöglicht. Das bedeutet: alle Menschen können die Inhalte wahrnehmen, verstehen, navigieren und mit ihnen interagieren.

Texte in digital barrierefreien Dokumenten sind durchsuchbar und bestehen nicht nur aus eingescannten Bildern. Die Dokumentstruktur wird u.a. mit Tags abgebildet und die Lesereihenfolge klar festgelegt. Lesezeichen und Inhaltsverzeichnisse verbessern die Übersicht und dienen als Navigationshilfen. Bilder und Grafiken sind mit beschreibenden Alternativtexten versehen.

Nutzer*innen von Screenreadern (Bildschirmvorlese-Software) können sich auf diese Weise die Spielpläne und Ansetzungen der Bundesliga und 2. Bundesliga ab sofort verständlich vorlesen lassen. Aber nicht nur Menschen mit Sehbehinderung profitieren von digital barrierefreien Dokumenten. Sie nutzen unter anderem auch Menschen ohne ausreichende Lese- und Schreibfähigkeiten oder mit Konzentrationsschwäche.

Digitale Barrierefreiheit bald verpflichtend für die Privatwirtschaft

Der Europäische Rechtsakt zur Barrierefreiheit (EAA) und das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz verpflichtet seit diesem Jahr auch die private Wirtschaft zur Umsetzung digitaler Barrierefreiheit ihrer Online-Plattformen bis 2025. Entsprechend sind auch Verbände und Clubs gefordert. Mit dem Einsatz für digitale Barrierefreiheit kann der Profifußball in Deutschland nicht nur seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden, sondern sich auch als Innovationstreiber in einem Bereich mit zunehmender Bedeutung positionieren.

Linksammlung zu barrierefreien Spielplänen & Ansetzungen:

Hier geht es zum barrierefreien Spielplan der Bundesliga

Hier geht es zum barrierefreien Spielplan der 2. Bundesliga

Hier geht es zu den barrierefreien Ansetzungen zum Start der Bundesliga

Hier geht es zu den barrierefreien Ansetzungen zum Start der 2. Bundesliga